Phil Goes Finance
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Lexikon zur Finanzkrise

Abschreibung:

Hat in diesem Fall wohl wenig mit der AfA zu tun ;-) Durch große Verluste und Ausfällen (US-Hypotheken waren nur noch einen Bruchteil ihres Ursprungswerts wert), mussten große Finanzkonzerne Milliarden abschreiben und sind dadurch in die roten Zahlen geschlittert bzw. kam es zu Liquitätsengpässen und in weiterer Folge zu Konkursen.

Asset Backed Securities (ABS):

Ein Grund warum wir jetzt weltweit in den Genuss der amerikanischen Hypothekenblase kommen. US-Banken haben ihre Kredite ausgelagert und anschließend weltweit weiterverkauft.  Als die Kreditnehmer sprich Häuserbauer in den USA ihre Kredite reihenweise nicht mehr zurückzahlen konnten, verloren diese Wertpapiere natürlich an Wert und waren schön in der ganzen Welt verteilt.

Bonität

Bezeichnet die Kreditwürdigkeit sowohl eines privaten Kreditnehmers wie die eines Unternehmens. Die Bewertung erfolgt von Ratingagenturen.

Bürgschaft:

Die einseitige Verpflichtung des sogenannten Bürgen, Verbindlichkeiten eines Schuldners gegenüber seinen Gläubigern zu erfüllen. Durch staatliche Bürgschaften soll das Vertrauen zwischen Banken und von Endkunden wieder gestärkt werden und so ein Zusammenbrechen verhindert werden.

Einlagensicherung:

Um bei einer Bankenpleite die Sparguthaben zu sichern, gibt es eine Reihe von Sicherungsnetzen – durch die Banken selbst, Bankenverbünde (z.B. Sparkassen, Raiffaisen etc.) und durch den Staat. Die staatliche Einlagensicherungen wurde am Beginn der Finanzkrise drastisch erhöht – europaweit, um den “kleinen Sparer” am Abzug der Gelder zu hindern.

Interbankenhandel:

Der Handel der Banken untereinander wird als Interbankenhandel bezeichnet. Gehandelt werden etwa Geld, Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere.

Kreditklemme:

Da Banken sich – bedingt durch eine massive Vertrauenskrise – untereinander keine Kredite mehr geben, kommt es auch zu einer erschwerten Kreditvergabe bei Endkunden. Die staatliche Sicherung soll diese Vertrauen wieder herstellen.

Liquiditätsengpass:

Bedingt durch hohe Abschreibung und das fehlende Vertrauen zwischen den Banken – kommt es vermehrt zu Liquitätsengpässen - Verpflichtungen können nicht mehr  fristgerecht zu erfüllen werden. Um Banken vor Zahlungsunfähigkeit zu schützen, werden Milliarden in den Geldmarkt gepumpt.

Realwirtschaft:

Durch die erschwerte Vergabe von Kredit – bedingt durch die Kreditklemme, weitet sich die Finanzkrise  auf die Realwirtschaft aus, also das produzierende und Dienstleistungsgewerbe. Beispiel: Vorfinanzierungen oder Zwischenkredite ermöglichen es Betrieben z.B. den Warenvorrat zu füllen, der dann durch einen erfolgreichen Verkauf zurückgezahlt wird. Ohne diese Kredite, ist es vielen Unternehmen nicht möglich ihre Wareneinkauf zu finanzieren. Bei einer Verschlimmerung der Situation droht eine Rezession.

Refinanzierung:

Banken brauchen täglich viel “frisches Geld“, um neue Kredite auszugeben oder Sparguthaben auszuzahlen. Diese Mittel holen sie sich bei den staatlichen Notenbanken, sammeln sie bei ihren Kunden ein oder leihen sich von anderen Geldinstituten und Banken – durch die Vertrauenskrise zwischen den Banken, kam der Interbankenhandel fast vollkommen zum erliegen.

Risikoabschirmung:

Um Banken vor der Pleite zu bewahren und einen Dominoeffekt und Panik zu verhindern, hat es bereits notwendig gemacht, dass der Staat und/oder andere Banken helfend eingreifen.

Subprime:

In den USA haben zu den Zeiten der Hochkonjunktur und Booms des Immobilienmarkts selbst Menschen Kredit bekommen, die niemals nie einen Kredit bekommen hätten dürfen bzw. keinerlei Sicherheiten oder eigenes Geld vorweisen konnten. Die Geschichte ist bekannt: Die Zinsen stiegen und die Leute konnten die Hypotheken nicht mehr bezahlen.  Es etablierte sich der Begriff Subprime (zweitklassig).

Verstaatlichung:

Das Maßnahmenpaket der europäischen  Regierungen können bis hin zur Verstaatlichung der Banken gehen, so sehen es die in Eile durchgeboxten Gesetztesentwürfe vor. Bei dieser Form der Vergesellschaftung können Eigentum und Entscheidungsgewalt ganz oder teilweise auf den Staat übergehen.

Wertberichtigung

Wenn eine Immobilie (Einfamilienhaus), die ursprünglich in einer “guten Lage”, auf Grund von äußeren Einflüssen “plötzlich” in einer schlechten Lage liegt, aus der Menschen wegziehen, dann sinkt der Wert der Immobilie. Und somit auch der Wert, den sich die Bank bei der Kreditvergabe als Sicherheit genommen hat. Wenn das in große Rahmen passiert – sprich viele  Tausende Häuser und Immobilien an Wert verlieren, dann muss auch die Bank die Werte der Sicherungen berichtigen. Ansich ist das Geld nicht verloren, denn es können ja auch wieder bessere Zeite kommen und die Lage bessert sich

Wenn aus dem begehrten Einfamilienhaus im wachsenden Stadtteil ein Haus in einer dahinsiechenden Nachbarschaft wird, aus der die Menschen wegziehen, dann sinkt sein Wert – und damit auch der Wert, den sich die Bank als Sicherheit in die Bücher geschrieben hat. Verlieren gleich Tausende von diesen Häusern ihren Wert und sind die Immobilienkredite nicht mehr durch Sachwerte gedeckt, dann wird die Bank in ihrer Bilanz den Wert berichtigen. Prinzipiell ist das Geld nicht verloren – es könnten bessere Zeiten kommen und die Häuser wieder in blühenden Landschaften mit steigenden Häuserpreisen stehen.

Zweckgesellschaft:

Eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle) nutzen Kreditinstitute, um besondere Geschäfte abzuwickeln. Über diese Konstrukte haben viele Banken in US-Hypotheken investiert, um die riskanten Geschäfte aus der eigenen Bilanz zu halten.